Mit Brigitte Reimann ihren Geburtstag begehen

Erstellt: Mittwoch, 29. Juni 2016 Zuletzt aktualisiert: Freitag, 01. Juli 2016 Geschrieben von Martin Schmidt

Mit Brigitte Reimann ihren Geburtstag begehen – Erinnerung und Gegenwart

Gesprächsrunde in der Brigitte-Reimann-Begegnungsstätte mit Irmgard Weinhofen im Februar 2016 Am Donnerstag, dem 21. Juli 2016, um 14 Uhr erinnert der Hoyerswerdaer Kunstverein e.V. an den Geburtstag der Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933-73). In Burg bei Magdeburg geboren, kam sie im Januar 1960 mit Ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Siegfried Pitschmann, nach Hoyerswerda. Der Erfolg ihres ersten Buches „Die Frau am Pranger, hatte sie über die DDR hinaus bekannt gemacht. Sie nannte es ihr „Abenteuer Schwarze Pumpe“, das sie mit den zahlreichen Zuzüglern aus allen Himmelsrichtungen in unserer Stadt teilte. Davon und vom Wandel der Stadt Hoyerswerda erzählt sie in ihren wichtigsten Büchern, die immer wieder in neue Sprachen übersetzt und von Lesefreudigen immer wieder gelesen werden. Bei einem „Spaziergang auf den Spuren Brigitte Reimanns durch Hoyerswerda“ wird mit Gesprächen, Erinnerungen, vor allem aber mit Texten der Autorin nicht nur nostalgisch von jener Zeit geschwärmt, sondern deutlich, dass die Neustadt die erste ihrer Art industriellen Wohnungsbaus war. Bis heute kommen immer wieder Fachleute aus Ländern mit Wohnraumnot, um zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Beim Bummel wird von der Schriftstellerin erzählt, von Begegnungen mit ihr, ihrem Engagement zur Gestaltung einer lebensfreundlichen Stadt, von dem einiges entstand, anderes der Verwirklichung harrt. Zu hören ist von Schicksalen, die die Geschichte dieser Stadt in die Architektur – und Kunstgeschichte einbeziehen. Es ist immer wieder Neues zu hören, zu staunen und auch zu lachen.

Sie zeigen zum einen, wie intensiv die Autorin über unsere Stadt und ihre Zukunft, zum anderen wie Planer und Erbauer über die damals modernste Stadt nachdachten. Da wird an Walter Gropius und seinen Schüler Richard Paulick, an dessen Schüler Jens Ebert, der die Lausitzhalle schuf, erinnert, an Rudolf Hamburger, der wie Richard Paulick in Shanghai baute, als sie vor den deutschen Nationalsozialisten fliehen mussten.
Brigitte Reimanns Bücher sind Ausgangspunkt und Ziel. Hoyerswerda ist nicht nur literarischer Ort, sondern erlebbare Wirklichkeit, der Spaziergang lädt ein zum Nachdenken über zukünftige Wege. Auch darin folgen wir der Autorin. Wenn das Wetter unfreundlich ist, bietet die Brigitte Reimann-Begegnungsstätte Gelegenheit zum Plaudern und Entdecken bei Tee oder Kaffee ein. Kann eine Stadt gastfreundlicher sein?!

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