Bürgerarbeiter bewahren Hoyerswerdaer Geschichte
Hoyerswerda Stefan Glietsch, der gelernte Maschinen- und Anlagenmonteur, trägt Material über die Bildhauersymposien zusammen, die der Künstler Jürgen von Woyski zwischen 1975 und 1989 im Zoo Hoyerswerda veranstaltet hat. Außerdem sammelt der Bürgerarbeiter Dokumente über Scraffitos, Mosaike und Wandbilder, die vorrangig an den Häusern der ab 1956 errichteten Neubaugebiete „Am Bahnhof“ und „Am Stadtrand" in der Hoyerswerdaer Altstadt zu finden sind.
„Zu jedem Kunstwerk stelle ich fest, wer es schuf, wo es steht, wie groß es ist und wann es gegebenenfalls restauriert wurde“, erzählt Glietsch.
Außerdem dokumentiert er auf ähnliche Weise Skulpturen, Denkmale und Plätze in Hoyerswerda. Seine Daten werden bald im Internet eingebunden. So ist es geplant. Zusätzlich entwirft er für den Verein Plakate und Flyer. Zuvor hatte er bereits eine Ausbildung zum „Gestaltungstechnischen Assistenten“ absolviert, um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Bürgerarbeit ermöglicht langzeitarbeitslosen Menschen wie Stefan Glietsch, einer mehrjährigen versicherungspflichtigen Tätigkeit nachzugehen, die ihre persönliche Situation oft deutlich verbessert. Er und seine Kollegin Annett Becker sind seit dem Frühjahr 2011 beim Hoyerswerdaer Kunstverein beschäftigt und betreuen Projekte, die sie schon im Jahr 2010 als Ein-Euro-Jobber begonnen hatten.
Die gelernte Sekretärin und Industriekauffrau Annett Becker, die als Alleinerziehende auf dem ersten Arbeitsmarkt jahrelang keine Stelle fand, leistet jetzt eine wichtige Zuarbeit zur Erstellung einer Dokumentation über das kulturelle Leben in Hoyerswerda und der Lausitz. „Schwerpunkt ist dabei die sorbische Kultur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“, so Annett Becker. Fotos, Texte und Zeitungsartikel archiviert sie systematisch und erfasst außerdem Informationen über Lausitzer Schriftsteller, Komponisten und Volkskünstler sowie deren Werke. Die Sammlung können Studenten und sonstige Interessenten für Recherchen nutzen und „die Menschen interessieren sich dafür“, erzählt die engagierte Mitarbeiterin zufrieden.
Mit freundlicher Genehmigung der Lausitzer Rundschau, veröffentlicht am 11.10.2011






