Fürst Pückler und die Frauen - von Volkmar Herold und Christian Friedrich.

Erstellt: Donnerstag, 14. Juni 2012 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 12. Juli 2014 Geschrieben von Martin Schmidt

Fürst Pückler – der Liebende


Christian Friedrich und Volkmar Herold, v.l. „Eine schöne Frau ist ein Schmuckstück, eine gute Frau ist ein Schatz“, dieser Satz von Hermann Fürst Pückler stand am Donnerstag über dem Vortrag „Ein Wanderlstern im Kosmos der Frauen - Fürst Pückler und die Frauen“ von Volkmar Herold und Christian Friedrich. Der Zuspruch der Geschichts- und Literaturfreunde in Hoyerswerda zu diesem 11.Vortag über Pückler im Kunstverein seit fünf Jahren war entsprechend stark. Sehr geschickt hatten die Vortragenden Originaltexten des Fürsten, seiner Frau und seiner Bewunderinnen Porträts derselben aus der jeweiligen Zeit zugefügt, so dass ein faszinierendes Bild der Partnerinnen entstand. „Das Beste, um Weiber zu verführen“, schrieb er, “ist es, sich von ihnen verführen zu lassen.“ Der Fürst sah nicht allein aufs Äußere, viel mehrschätzte er Geist, Gespräch, gleichenInteressen. Diese Eigenschaften verbanden ihn mit seiner Frau Lucie von Hardenberg, mit der er bis zum Lebensende trotz Scheidung zusammen lebte. Sie verwirklichte mit eigenen Ideen während seiner langen Reisen gemeinsam mit dem Gärtner Heinrich Rehder den Muskauer Park, regte die Schaffung des Branitzer Parks an und gestaltete ihn. Hinzu kam des Fürsten lebenslange Leidenschaft fürs Briefeschreiben. Mit Briefen verzauberte er deren Empfängerinnen, zu denen fast alle berühmten Frauen seiner Zeit zählten. Sie enthielten keine leeren Schmeicheleien, sondern detaillierte Beobachtungen der Natur, der Personen, die ihm begegneten, hielten geistreich spannende Geschichten aus Alltag und Geschichte fest. Pückler schrieb Literatur. Kein Wunder, dass sein erstes Buch, „Briefe eines Verstorbenen“, das mit Hilfe von Lucie entstand, zehn Jahre lang das meistgelesen Buch in Deutschland war, „Mein höchstes Glück verdanke ich Dir“ gestand sie ihm bei der Scheidung - und blieb bei ihm. Doch auch andere Frauen waren Pückler zugeneigt. Die Historiker erzählten von der gegenseitigen Anziehung von Lucies Tochter Adelheid zum Stiefvater, von der Pflegetochter Hermine von Blücher, beide waren von ihm verzaubert, heirateten aber bald. Ein besonders liebesvolles Bild erstand an diesem Abend von Henriette Sontag, der Sängerin, die die Musikliebhaber ihrer Zeit faszinierte. Pückler sagte: „Der Himmel schuf dies Wesen aus ganz besonderem Stoff“. Da war von gemeinsamen Ausflügen und gegenseitiger Bewunderung zu hören, dennoch gab sie dem Galan einen Korb. Sie war bereits heimlich mit einem Grafen verheiratet. Von Pücklers tiefer Liebe und ihrer Schönheit zeugt im Rosenpavillon in Branitz eine Porträtplastik von ihr. Erst kürzlich aufgefundene Briefe von Fanny Henriette Jenisch, der Frau eines Senators in Hamburg überraschten Fachwelt und Zuhörer. In ihnen es geht nicht – wie bisher vermutet - um die Gestaltung des Jenisch-Parks in Hamburg , sondern um leidenschaftliche Liebe, die Fanny mit Selbstdisziplin und der Klage beendet „Nur schade, dass die Zeit so schnell vorbeigeht.“
Mit freundlicher Genehmigung von Lausitzer Rundschau, Rundschau für Hoyerswerda vom 15.07.2012

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