Alek Popov stellte sein Buch "Schneeweißchen und Partisanenrot" vor

Erstellt: Samstag, 06. Dezember 2014 Zuletzt aktualisiert: Montag, 15. Dezember 2014 Geschrieben von Rainer Könen

Geschichten aus einer fremden Zeit, die dennoch aktuell sind

E Alek Popov mit seinem Roman "Schneeweißchen und Partisanenrot", der im Bulgarischen den Titel "Zwei Schwestern" führt. s ist eine typische, eine klassische Partisanengeschichte, die Alek Popov da geschrieben hat. Am Donnerstagabend stellte der Bulgare im Hoyerswerdaer Schloss sein neuestes Werk "Schneeweißchen und Partisanenrot" vor. In seinem Buch beschreibt er den Partisanenkampf Ende des Zweiten Weltkriegs in den bulgarischen Wäldern. im Mittelpunkt der Geschichte stehen die gebildeten und überaus hübschen Zwillinge Kara und Lara, die sich einer Partisanengruppe anschließen. Die Erlebnisse dieser beiden Sofioter Gymnasiastinnen schildert der 48-jährige frühere Kulturattaché mit einer Mischung aus Ironie und komischem Irrsinn. 
Popov war auf Einladung des hiesigen Kunstvereins nach Hoyerswerda gekommen. Im Kaminzimmer des Schlosses moderierte Hörfunk-Journalist Mirko Schwanitz diese Leseung, in deren Verlauf Popov auch einige aufschlussreiche Einblicke in die bulgarische Literaturszene gab. Schwanitz wollte von Popov wissen, wie man denn überhaupt auf die Idee komme, zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein Buch über das Partisanenmilieu zu schreiben. Zum eine, so der Elias-Canetti-Preisträger, habe ihn dieses Thema sehr interessiert, zum anderen könne man die Handlung des Buches auch auf die heutige Zeit übertragen. Als Beispiel wies er auf die Dschihadisten aus der ganzen Welt hin, die in den Nahen Osten ziehen, um sich dem IS anzuschließen. Bei seiner Recherche habe er festgestellt, dass viele bulgarische Partisanen nach dem Krieg zu Helden stilisiert wurden, Ikonenstatus haben. Popov macht aus ihnen wieder normale Menschen, nimmt ihnen alles Heldenhafte. So kommt die Partisanengruppe, der sich die Schwestern anschließen, denn auch als eine Gurkentruppe daher. Die langen Tarnnamen der Mitglieder , wie "Der Totengräber des Kapitalismus" oder "Blitz des proletarischen Zorns " klingen schon skurril genug... 
Alek Popov gehört in seiner Heimat zu den Bestseller-Autoren. Obwohl man das relativieren, wie er von Dolmetscherin Dora Stütz übersetzen ließ. Die Auflage seiner Bücher sei im Vergleich zu den Bestseller-Autoren in anderen europäischen Ländern recht überschaubar. 
Mirko Schwanitz, Alek Popov, Dora Stütz, v.l. Dass die Literaten dieses armen EU-Landes aber seit Jahren weltweit von sich reden machen, hängt auch mit Schriftstellern wie Alek Popov zusammen, der mit "Schneeweißchen und Partisanenrot" ein herausragendes Werk geschaffen hat, das eine Zeit beschriebt, die den Menschen der heutigen Zeit so fremd und dennoch hochaktuell ist. 
Mit freundlicher Genehmigung von Sächsische Zeitung, Hoyerswedaer Tageblatt.

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