Rosentag am Brigitte-Reimann-Zeichen in Hoyerswerda

Erstellt: Montag, 15. Juni 2015 Zuletzt aktualisiert: Montag, 15. Juni 2015 Geschrieben von Katrin Demczenko

Rosentags-Premiere gelungen

Lesung am Brigitte-Reimann-Zeichen Am Brigitte-Reimann-Zeichen im Zentralpark hatten sich am vergangenen Samstag erstmals Mitglieder des Hoyerswerdaer Kunstvereins und einige Gäste versammelt, um mit Rosen Dichtern der Lausitz zu gedenken. Anlass war der 19. Rosentag, den der Literaturlandschaften e.V. Nordhorn jährlich am ersten Juniwochenende bundesweit durchführt. Geburtsstätten, Wohnhäuser und Gräber von Schriftstellern werden dabei aufgesucht, um ihr Wirken in den Regionen in den Fokus zu stellen. Dieses Jahr stand die Aktion unter dem Dichterwort von Hilde Domin "Nur eine Rose als Stütze".
"Die Lausitz ist eine Literaturlandschaft", sagte Martin Schmidt, Vorsitzender des Kunstvereins und verwies auf das Parabelring-Projekt, in dem Lebensläufe und Schaffen von ca. 300 Schriftstellern der Region zusammengetragen worden sind. Sie alle haben über Jahrhunderte hier gewirkt und treten mit uns heute über ihre Literatur in Dialog, so Schmidt.
Bei der Veranstaltung stand naturgemäß das Dichterehepaar Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann im Mittelpunkt, das von 1960 bis 1964 in Hoyerswerda gelebt und den Aufbau der Stadt sowie des Kombinates Schwarze Pumpe literarisch festgehalten hatte. Helene Schmidt las aus dem Etappenbrief von Brigitte Reimann an ihre Freundin Veralore Schwirtz und aus Siegfried Pitschmanns einzigem Roman "Erziehung eines Helden". Dieses erst am vergangenen Freitag, 50 Jahre zu spät veröffentlichte Werk, beschrieb ehrlich und minutiös genau mit sorgfältig ausgewählten Worten das Entstehen der ersten Neubauten in Hoyerswerda-Altstadt. Das war kein Epos auf den Arbeiter, der eine neue Gesellschaft aufbaute und schon allein deshalb zum Helden taugen sollte. Ein solches Buch wurde von den DDR-Oberen leider nicht gedruckt, was Siegfried Pitschmann sogar in einen misslungenen Selbstmordversuch getrieben hatte.
Für die Dichter Rosen und Sonnenblumen Das Kunstvereinsmitglied Christine Neudeck erinnerte auch an die Hoyerswerdaer Dichterin Waltraut Skoddow, die jahrzehntelang in dem Verein gewirkt hatte und seit 2014 in Wittichenau begraben liegt. Sie hat sich in Büchern wie "Lessing - denn ich bin ein Oberlausitzer von Geburt" oder "Prinz Friedrich August von Sachsen genannt Lehmann" mit ihrer Region, der Lausitz, auseinandergesetzt.
Nach der gelungenen Premiere wird sich der Kunstverein nächstes Jahr wieder am Rosentag beteiligen, blickte Martin Schmidt in die Zukunft.
Mit freundlicher Genehmigung von Sächsische Zeitung, Hoyerswerdaer Tageblatt

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