Ausstellungseröffnung Klaus Drechsler, im Seenland Klinikum Hoyerswerda

Erstellt: Dienstag, 19. Juni 2018 Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 19. Juni 2018 Geschrieben von Martin Schmidt

Klaus Drechsler – Sächsische Landschaften und Stillleben

Klaus Drechlser ist für alle Ausstellungsbesucher ein wunderbarer "Erklärer". Der Maler Klaus Drechsler und sein Werk sind den Kunstfreunden Hoyerswerdas nicht unbekannt. Im Jahr 1989 stellte er bereits in der Kleinen Galerie Hoyerswerda des Freundeskreises der Künste und Literatur – heute Hoyerswerdaer Kunstverein e.V. – Malerei und Graphik aus. Nun besuchten wir wieder einmal Klaus Drechsler in seinem Atelier - „bei der große Lärche“, vorbei am Haus des Malers Hans Jüchser (1894 -1977). Einige Treppen hinauf, eingebettet in die Natur dieses steil aufsteigenden Elbtals, ruht das Atelier des Malers - einem Vogel-Nest gleich - auf Felswänden. Auf einem kleinen Balkon sammelten Kohl- und Blaumeisen, ein Sprosser und ein Buntsprecht-Pärchen munter Nahrung für ihren Nachwuchs. Klaus Drechsler lebt mit der Natur und genießt diese Nähe. Wir betrachteten seine Bilder, genießen die Ruhe. In der Galerie im Lausitzer Seenland Klinikum präsentiert seit Juni die neueste Ausstellung Aquarelle, Lithographien, einige wenige Holzschnitte und Algraphien von Klaus Drechsler. Einblicke in den ländlichen Raum um Dresden und Stillleben im heimischen Lebensraum entdeckt. Die Drucke wie die Aquarelle faszinieren, halten fesselnd die Harmonie der Elb-Landschaften fest und verzaubern mit Stillleben, die ihrem Namen alle Ehre machen. Die Drucke gestaltet der Maler sensibel, dass jede Farbe - - selbst wenn drei, fünf, selbst sieben Platten zu einander gefügt werden - sichtbar ihren eignen Klang bewahrt. Auch die Maserung des Holzes wirkt gelegentlich gestaltend mit, vermittelt im Hintergrund den Eindruck von Bewegung. „Jede Farbe muss gesehen werden, auch wenn sie sich überlagern, muss der Betrachter sie erkennen, sich daran freuen können“, sagt der Maler. Daraus erwächst eine Atmosphäre, ein „Farbklang“, analog zur Musik, für die Richard Wagner von seinen Musiker gefordert haben soll: “ Auf die kleinen Noten müsst ihr achten, sie machen die Musik, die großen spielen sich von alleine“. Klaus Drechsler liebt keine grellen Farben, er meidet sie, setzt auf lichte Farbtöne, er liebt deren sanfte Leuchtkraft, ihr Durchscheinen. Sie schafft sanft leuchtendes Licht, die das Auge nicht flieht, sondern anzieht, zum Hinschauen verlockt. In den frühen Jahren seines Schaffens zeichnete der Maler in Straßenbahnen, soweit die Passanten zustimmten, in Parkanlagen oder Altenheimen. Versunken in ihre Gedanken oder in Erinnerungen sieht man sie, dem Vergangenen nachsinnen. Klaus Drechsler, der Maler, bewahrt Augenblicke der Stille. Er ist weder Reporter noch Journalist – kein „Tagesberichterstatter“ –, er bleibt auch beim Zeichnen oder Malen Gesprächspartner mit Respekt vor dem anderen, auch dem bewältigten Leben. Er meidet das Laute, Schrille, liebt das ruhige Gespräch, genießt das Zuhören, lässt es auf seinen Blättern nachklingen. Beim Betrachten seiner Landschaften mag man sich an die Romantiker erinnern, die einst die Landschaft um Dresden „entdeckten“ und festhielten. Man irrt jedoch gewaltig: Klaus Drechsler malt das Geschaute, er folgt nicht erdachten Bild- Ideen, er ist Realist. Drechsler Bilder bestimmen das Erblickte, das Gegenüber in Landschaft oder häuslichem Raum. Er komponiert ihren Klang aus Farben, hält mit aufmerksamem Auge fest, was Gegenwart vermittelt, die allzu schnell vergehen mag, vielleicht bereits Vergangenheit ist. Die Aquarelle „Zwei Scheunengiebel am Dorfteich“ ( 1995) „Stillgelegte Fabrik“ (2015) oder die Befreundete Künstlerinnen und Künstler waren zur Ausstellungseröffnng gekommen. Algraphien „Stall und Scheune“ (1991) , „Copitzer Häuser im Regen“ (2003), „Turmgut bei Pirna-Copitz“ (2018) oder die Lithographie, „Scheune“(2001), zeigen ihn vertraut mit seinem Lebensraum und seinem Suchen nach immer neuem Ausdruck. Von seinen Reisen berichten „griechisch-römisches Grabungsfeld“ (1999), oder Tunesisches Landhaus“ (2004). Klaus Drechsler orientiert sich nicht an spektakulären Bauten, meidet Attraktionen für Touristen. Er erinnert an Wirtschaftgebäude der Landwirtschaft, Häuser zum Wohnen, die Generationen nutzten, die darin tätig waren, Lebensräume zum Ruhen oder zu Gemeinsamkeit. Die Spuren des einstigen Nutzens an Putz, Wänden, Gebälk oder Dächern hält der Maler fest. Er klagt nicht, er nimmt Abschied und zeigt was heute nicht mehr benötigt wird, da Arbeit und Leben sich heute anders gestalten. Seine Bilder bestimmt weder sentimentales Gefühl noch Klage. Mit ihnen bekennt sich der Künstler zum Leben, von dem der Maler nur Augenblicke festzuhalten vermag, die mahnen, das unendliche Fließen des Lebens zwischen Entstehen und Vergehen nicht zu vergessen. „Ich brauche die Natur“, bekennt Klaus Drechsler, “das lebendige Gegenüber, nicht die Idee, doch anders als die Naturalisten. Die sichtbare Oberfläche ist schön, sei es eine Brot – und Baumrinde.“ Aus dieser Haltung erwachsen seine Stillleben. Sie zeigen Gegenstände des täglichen Lebens, Brot, Fisch, Früchte, Obst. „Der Maler isst gern“, sagte der Handwerker, der die Bilder an der Wand befestigte, “hätte er sonst so viele Esswaren gemalt?“ Melonenscheibe (2015), Kürbis (2006), Zitronen (2009), Granatapfel (2009), „Mohnzopf mit halbem Apfel“ (2017) oder „Fruchtteller mit Weißbrot“(2016) und “Eiertiegel“(2015). Jedes seiner Bilder besitzt t einen eigenen Klang. Unaufdringlich verlockt Klaus Drechsler auf das zu achten, was unser Leben erhält, wie viel Freude die täglichen Dinge vermitteln. Dazu gehört für den Maler auch die Literatur, mit der er lebt, und die früherer Zeiten. Er kennt die alten Sagen, Legenden, die Geschichte früherer Zeiten, gut erzählte Geschichten. Er liebt die Musik – davon zeugen die frühen Arbeiten, die er bei Proben der Dresdener Philharmonie schuf. Die Musik, bekannt er „sie ist für mich die andere Seite, von Inhalt und Zustand her, sie hat etwas Befreiendes…“ . Das Aquarell „Fahrbare Hütte am Lilienstein“( 2013) lenkt den Blick über eine weite Ebene bis zu den Bergen der Sächsischen Schweiz um den Lilienstein. Im Vordergrund steht eine hölzerne Hütte, dunkel wie ein erratischer Block und doch zerbrechlich. Stille vermittelt das Bild – und Einsamkeit. Der Maler Klaus Drechsler lädt den Betrachter ein, angesichts der wohl ausgewogenen Klänge der Farben zu sich selbst zu finden. Seine Bilder sind ein Fest für die Augen. 
Die Eröffnung der Ausstellung musizierte das Flöten-Trio der Musikschule Hoyerswerda um Thea Hanspach. Helene Schmidt las Frühlings-Gedichte von Hugo von Hoffmannsthal, Uwe Greßmann, Erich Kästner.

Klaus Drechsler, Ausstellung Lausitzer Seenland Klinikum 2018 Klaus Drechsler, Ausstellung Lausitzer Seenland Klinikum 2018 Klaus Drechsler, Ausstellung Lausitzer Seenland Klinikum 2018 Klaus Drechsler, Ausstellung Lausitzer Seenland Klinikum 2018 Klaus Drechsler, Ausstellung Lausitzer Seenland Klinikum 2018 Klaus Drechsler, Ausstellung Lausitzer Seenland Klinikum 2018 Klaus Drechsler, Ausstellung Lausitzer Seenland Klinikum 2018 Der Flötenkreis der Musikschule Hoyerswerda unter Leitung von Thea Hanspach begleitet die Vernissage zur Ausstellung von Klaus Drechsler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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