Dr. Manfred Schemel erzählt beim Hoyerswerdaer Kunstverein von seinen Begegnungen mit der islamischen Welt

Erstellt: Donnerstag, 19. September 2019 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. September 2019 Geschrieben von Christine Neudeck

Dr. Manfred Schemel erzählt von seinen Erlebnissen in der islamischen Welt

Persien, Mesopotamien, Zweistromland - Wiege der Zivilisation

Dr. Manfred Schemel, Cottbus, zu Gast beim Hoyerswerdaer Kunstverein

Persien und Mesopotamien- heute im Wesentlichen Iran und Irak, sind Länder, deren Geschichte seit Hunderten von Jahren fasziniert. Manfred Schemel, ehemals Deutschlehrer, aus Cottbus, ist einer, den dieser Zauber schon in frühester Kindheit anrührte. Es begann mit Karl May und den Abenteuern des Kara Ben Nemsi und seiner Begleiter im wilden Kurdistan, was gar nicht so wild war, weil hier die Zivilisation bereits in früher Vorzeit begonnen hatte. Dr. Schemel verweist auch auf Goethe, der seiner Verehrung für den Orient mit dem  "Westöstlichen Diwan" ein Denkmal setzte und damit auch ein ganz persönliches dem persischen Dichter Hafis (Hãfez). In dessen Gedichtband "Diwan" , entstanden bereits im 14. Jahrhundert, findet man großartige Verse, die Goethe stark beeindruckten. "Niemand kann uns Gott nehmen, der im Rhythmus unserer Schritte, in unserem Atem und in unserem Herzen weilt." Eine Bemerkung am Rand. Heute steht in Weimar ein Denkmal aus dem Jahr 2000, zwei aus Granit hergestellte, Diwan ähnliche, Sitzgelegenheiten stehen sich wie im Dialog gegenüber und könnten die Zeilen aus Goethes "Westöstlicher Diwan" widerspiegeln:
"Und mag die ganze Welt versinken / Hafis mit dir, mit dir allein / Will ich wetteifern! Lust und Pein / Sei uns, den Zwillingen, gemein! / Wie du zu lieben und zu trinken / Das soll mein Stolz, mein Leben sein."
Doch zurück zu Dr. Manfred Schemel. Er unternimmt mit seinem Vortrag eine Reise durch die islamische Welt, viele interessante Bücher hatte er zu diesem Thema mitgebracht. Drei Jahre lang hatte er im Auftrag der DDR in Bagdad als Deutschlehrer gearbeitet und lernte dabei auch die angrenzenden Staaten kennen und die Sitten und Bräuche des Orients. Viele große Reiche mit unterschiedlichen religiösen Prägungen entstanden und zerfielen wieder; erinnert sei an Mesopotamien, das Zweistromland an Euphrat und Tigris, an das Perserreich, an Alexander den Großen, an den Mongolensturm und viele weitere kleinere und größere Staaten. Heute betrifft das im Wesentlichen die Länder Irak und Iran, die vom Islam geprägt sind. Die hier lebenden Juden und Christen und andere religiöse Gruppierungen sind in der Minderheit, sie bleiben unter sich.
Dr. Schemel berichtete von seinen Erlebnissen als Deutschlehrer in Bagdad und zeigte Bilder seiner vielseitigen Studienreisen aus jüngster Zeit.
Schrein der Fatima Masuma in Isfahan. Frauen müssen beim Besuch der Mosche, auch als Touristen, vollkommen bedeckt gekleidet sein. Es ist die Architektur, die wie ein Märchen aus tausend und einer Nacht anmutet, es sind die kunstvoll geknüpften Teppiche, die das Flair einer besonderen Kultur aus den unterschiedlichsten Gegenden verströmen, es sind die bunten, nach Gewürzen duftenden Basare und es sind die schönen Menschen, die aus der Vermischung unzähliger Völker und Kulturen hervorgegangen sind. Dr. Manfred Schemel besucht die alte Hauptstadt Persiens, Persepolis, besucht Isfahan und Goruma, Hamadan, den Palast Ferah in Bagdad, erinnert an Babylon und Uruk und an das hohe Niveau des Wissens im Orient. Schade, dass vieles schlecht zu verstehen war und die Erklärung der Bilder zu kurz kam.

 

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