Auf den Spuren alter Zivilisationen und Religionen in Asien und Lateinamerika, ein Vortrag von Kira Potowski

Erstellt: Mittwoch, 21. Januar 2015 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 24. Januar 2015 Geschrieben von Martin Schmidt

Faszinierender Spaziergang durch Kulturen und Religionen

Kira Potowski Kira Potowski, das jüngste Mitglied des Hoyerswerdaer Kunstverein, nutzte ihren Weihnachtsbesuch in ihrer Heimat nicht nur zum Besuch im Verein, in dem sie seit frühester Kindheit aufwuchs, sondern auch zu einem Vortrag im bis auf den letzten Platz gefüllten großen Saal des Schlosses. Mit ihrem Thema „Religionen und Zivilisationen in Asien und Lateinamerika“ fesselte die ebenso reise- wie lernfreudige Magisterin der Künste (MA) ihre Zuhörer. Eine wiederholt eingeblendete Weltkarte verdeutlichte die Entfernungen zwischen den einzelnen Orten auf verschiedenen Kontinenten, die sie nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen Fach-Studium besuchte: Die Vielfalt der religiösen Traditionen, der mentalen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und geschichtlichen Unterschiede bot sie kurz, präzise dar. Sie beschränkte sich auf wenige wichtige Daten, erläuterte nur die Hauptsymbole – Lotosblüte und Schlange - Gesten der Gottheiten – Haltung der Hände bei Meditation oder Schlaf -. Dies öffnete ihren gespannt lauschenden Zuhörern eine eigene Welt, die dem europäischen Denken fern, aber nicht weniger faszinierend ist.
Kira wanderte mit ihrem Freund Leo zu den Tempelanlagen von Borobudur in Indonesien, besuchte Angkor Wat in Kambodscha, ließ in Sri Lanka Anaradhapura bewundern. Angesichts der Größe der Tempelanlagen, beim Betrachten der Götterbilder, die in jeder der Religionen anderen Ausdruck, aber gleiche Intensität vermitteln, erinnerte sie an ein Zitat des Dichters Christian Morgenstern: „Was ist Religion: sich in alle Ewigkeit weiter und höher entwickeln zu wollen.“ Unter dem Profil einer Kopfbüste von Siddartha Gautama ließ die Reisende das ihre in gleicher Haltung fotografieren: Die Ansicht beeindruckte durch Ähnlichkeit und Unterschied. Reisen als Weg zum Selbstfinden?
Mit einem großen Sprung über Ozeane folgte sie ihrem Freund Leo, der aus Guatemala stammt und ebenfalls in Südkorea ein Studium abschloss, nach Mittelamerika. Dort fesselten Pyramiden und Tempelanlagen der Maja, Azteken und Inka die Suchenden. Diese gewaltigen Bauwerke, die einst zum Darbringen von Opfern für Götter benutzt wurden – Menschenopfer wohlgemerkt - als Kulte, die europäisches Empfinden bis heute erschauern lassen. Bewundernswert sind die mathematischen wie astronomische Kenntnisse, die technische Perfektion des Bauens und deren Einbeziehung in den Ablauf des Lebens der jeweiligen Gemeinschaft, vieles ist noch nicht bekannt. Bauschmuck, Skulpturen – soweit sie überhaupt erhalten blieben bei der Eroberung durch die Europäer - konnten mit den vorgenannten Beispielen aus Asiens Religionen nicht mithalten, meinten Besucher und Betrachter. Vielleicht waren die Nachrichten von der Einbeziehung in Opferkulte unserem Denken zu fern, während die Vorstellung asiatischer Religionen, Armut, Krankheit, Tod überwinden zu können, die Wahrheit zu finden, uns heute näher liegen mögen. Auf die Weise führte Kira, die Reisende, die demnächst   nach Mexiko aufbricht, um dort eine Arbeit anzutreten, ihre Zuhörer und – ihre ehemaligen Lehrer, Schüler, die staunenden Kunst- und Kulturfreunde, Jung und Alt ins Heute zurück.

Hinduistischer Tempel in Prambanan in Indoneseien

Die Stupa eines Buddha-Tempels in Sri Lanka

Blick von der Mondpyramide auf die Sonnenpyramide in Teotihuacan in Mexiko, Tempel der Azteken Maya-Tempel in Tikal in Guatemala

Die Zuhörer dankten Kira Potowski mit herzlichem Beifall

Kira und Leo besuchten unzählige Tempel in Südostasien und Lateinamerika, hier am Tempel Borobudur in Indonesien. Die Besucher müssen sich mit Tüchern bedecken.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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