Gedenken an Margarete Hoinkis

Erstellt: Dienstag, 13. März 2012 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 12. Juli 2014 Geschrieben von Martin Schmidt

Ehrendes Andenken für  Margarete Hoinkis

Margarete Hoinkis Vor wenigen Tagen, am 7. März 2012, starb Margarete Hoinkis im 94. Lebensjahr. Viele Jahrzehnte prägte sie Hoyerswerdas kulturelles Leben mit.
1918, am Ende des ersten Weltkriegs, in Posen geboren, kam sie als Kind nach Hoyerswerda, studierte nach dem Abitur an der Lessing-Schule, dem Reform-Real-Gymnasium Hoyerswerda, Musik am Konservatorium Görlitz. Diese Muse bestimmte fortan ihr Leben, auch als der Krieg nach ihr griff. Als Wehrmachtshelferin nach Frankreich kommandiert, nutzte sie jede Möglichkeit um Konzerte, Opern, Ausstellungen, Städte Frankreichs, deren Kultur zu besuchen und sang in Chören. Dadurch wären die Jahre die schönsten ihres Lebens gewesen, erzählte sie bis in hohe Alter, mit dem Nachsatz: „Wenn nur der Krieg nicht gewesen wäre!“ Nach drei Jahren musste sie nach Warschau wechseln, floh von dort vor der anrückenden Kampffront über Dänemark, Holland und geriet in englische Gefangenschaft, aus der sie 1947 nach Hoyerswerda zurückehrte.
Als Mitarbeiterin im Rat des Kreises setzte sie sich, gemeinsam mit Günter Peters, dem damaligen Museumsdirektor, für kulturelles Leben in der kleinen, vom Krieg stark zerstörten Stadt ein. Eine Außenstelle der Musikschule Cottbus leitete sie, in der späteren Kreismusikschule Hoyerswerda war sie stellvertretende Direktorin und Klavierlehrerin. Mit Leidenschaft und Liebe entdeckte sie musikalische Begabungen in Kindergärten und Grundschulen, gab Testunterricht, ermutigte zum Musizieren, förderte und forderte. Gemeinsam mit dem sich vergrößernden Kollegium der Musikschule unter Leitung von Helmut Hammer wurden „Stunden der Musik“ in Hoyerswerda heimisch, der Saal im Schloss zum Zentrum musikalischer Begegnungen, in dem sich die jüngsten Schüler neben den zahlreichen Talenten der Schule beweisen konnten. Neben der Musik liebte Margarete Hoinkis das Theater, versammelte die wichtigsten Bücher der Weltliteratur und neuer Autoren um sich, war mit ihrem Kollegen Jürgen Tolksdorf stets bei Vorträgen und Diskussionen anwesend. Der Hoyerswerdaer Kunstverein ernannte sie als erste zu seinem Ehrenmitglied.
Nun gilt es Abschied zu nehmen von Gesprächen, die bis in die jüngste Zeit geführt wurden, vom Austausch über Musik, zu Hoyerswerdas Entwicklung und immer wieder zur Musikschule, dem Herzstück des Lebens von Gretel Hoinkis, wie ihre Schüler und Freunde sie nannten. Die Mitglieder des Kunstvereins trauern um sie und verneigen sich vor ihrer Liebe zur Musik und zu den Künsten.

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