Wasser - Baustein allen Lebens - ein Vortrag von Erich Busse

Erstellt: Dienstag, 03. März 2020 Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 08. März 2020 Geschrieben von Christine Neudeck

Wasser - Baustein allen Lebens 

Erich Busse ist immer wieder ein gern gesehener Gast beim Hoyerswerdaer Kunstverein. Erich Busse verfügt über einen unerschöpflichen Fundus an Bildern, Fakten und Geschichten zu den verschiedensten Themen von Weltgeschichte und Religion. So war es dieses Mal eine gute Idee, an das Wassers als Quell allen Lebens zu erinnern.
Erich Busse stellt seinen Vortrag unter das Thema: Wasser ist Schöpfungsgut und Lebensgut zugleich. Schon in den allerersten Zeilen der Schöpfungsgeschichte der Bibel wird das Wasser erwähnt, auf dem der Geist Gottes schwebt. Schon vor 5000 Jahren weiß man um das Lebensgut Wasser, das geschützt werden muss. Viele Texte der Bibel ranken sich um Brunnen, Quellen und Flüsse. Bereits aus der Bibel weiß man aber auch um die verheerende Wirkung von einem Regen, der nicht endet und in der "Sintflut" beschrieben wird, aus der nur wenige gerettet werden.
Jahrtausende lang siedelt der Mensch an Flüssen, meist an einer Furt, um den Fluss beidseitig zu bewohnen, lebt hier mit frischem Wasser und gleichzeitig mit den Gefahren der Hochwässer. In unserem Jahrhundert werden wir durch die Natur schmerzhaft daran erinnert, wie verantwortungslos wir mit allen Ressourcen umgehen. Bald werden Kriege um das Trinkwasser geführt werden, während anderenorts die Gefahr von Hochwasser immer mehr zunimmt, die Meeresspiegel steigen und Städte versinken.
In Erstaunen versetzt der Bau einer unterirdischen Wasserleitung im 6. Jahrhundert v. Chr. auf der griechischen Insel Samos, der Tunnel des Eupalinos transportiert über eine Länge von 1036 m das Trinkwasser zur Stadt Samos. Dieser Tunnel wurde im Gegenortvortrieb gebaut, das heißt, man traf sich haargenau in der Mitte und es passte, Gefälle 0,01 %!!  Aus der Römerzeit sind die vielen Aquädukte bekannt, die teilweise bis heute funktionieren und zu allen Zeiten Schutz vor Vandalismus brauchten.
Im Mittelalter brachten die Abwässer die größeren Probleme, die Städte und Flüsse wurden immer schmutziger, erst mit Beginn in der Neuzeit wurden dafür gesonderte Leitungs- und Klärsysteme errichtet. Erich Busse zeigt am Beispiel der Preußen-Burg Marienwerder, heute in Polen, wie man das Problem Abwasser schon 1234 mit einem außerhalb der Burg liegenden Turm löste, der im oberen Geschoss über eine Brücke erreichbar war und von allen Bewohnern als Klosett genutzt werden musste.
Erstaunlich oft ist das Thema Wasser in der Literatur zu finden, von Goethes Zauberlehrling bis zu Theodor Storms Schimmelreiter, zudem in den Märchen aus aller Welt und in unzähligen Volksliedern. Die Zuhörer konnten die Volkslieder gleich mitsingen, es gelang mehr oder weniger melodisch: "Das Wandern ist des Müllers Lust", "Wenn alle Brünnlein fließen", "Geh aus mein Herz und suche Freud".
Von Erich Busse einprägsam, klagend und leise, zum Thema Wasser sensibilisiert, hörte sich der Chor im feierlichen Abschluss- Kanon schon besser an: "Abendstille überall, nur am Bach die Nachtigall singt ihre Weise klagend und leise durch das Tal."

 

 

 

 

 

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