Orgel und Saxophon – ein Traumpaar

016Der Abend mit Orgel und Saxophon wurde, wie viele vorangegeangene Konzerte auch, zu einem besonderen Höhepunkt der 57. Hoyerswerdaer Musikfesttage. Anastasia Suvorov an der Orgel und Andrey Lakisov mit dem Saxophon gestalteten ein außergewöhnliches Musikerlebnis, mit Melodien aus dem Barock bis hin zu Jazz und Beat.
Sie begannen mit einem Concerto von Antonio Vivaldi, in dem die Orgel sehr weich und harmonisch die hellen Klänge des Sopran-Saxophons begleitet, eine besondere Stimmung, die auch in den weiteren Stücken immer wieder präsent ist, melancholisch, aber gleichzeitig Rhythmus betont und lebendig. Wenn man sich auf diese Stimmung einlässt, lösen sich Zeit und Raum förmlich auf und es gilt nur noch dieser eine Moment der Musik. Ganz intensiv zu erleben bei Astor Piazollas „Ave Maria“, man hört nur noch einen einzigen Klang, der lange, sehr lange, im Raum schwebt und im Bewusstsein auch nach dem letzten Ton noch nicht verklungen ist.
Andrey Lakisov kommt aus Weißrussland. Seine Ausbildung erfährt er in Minsk, später an der Hochschule für Musik Hans Eisler und an der Universität der Künste in Berlin. Er feierte bereits national und international große Erfolge, beherrscht neben dem Saxophon weitere Instrumente und spielt klassische Werke ebenso erfolgreich wie Jazz, Swing und Beat. Im Bereich Saxophon „bläst“ er alle Instrumentenvariationen, von Sopran bis Tenor und Bass. Von den Konzertstücken des Abends sind nur wenige ursprünglich für Orgel und Saxophon geschrieben, in der Transkription ersetzt das Saxophon Flöte, Geige, Klarinette oder Trompete.
Die  Orgel hingegen ist im Duett mit dem Saxophon meist nur der Korrepetitor und wird von Anastasia Suvorov gespielt, mit sehr Gefühle für das Gesamtklangbild beider Instrumente. Sie stammt aus Nowosibirsk in Russland, lebt inzwischen in Deutschland. Als gelernte Klavierpädagogin wechselte sie zur Kirchenmusik, studierte dieses Fach und ist neben ihrem Solospiel auch als Organistin und Chorleiterin in und um Berlin tätig. Die Barock- und Choralmusik von Johan Sebastian Bach, G. Frescobaldi und Georg Böhm, mit der sie solo an der Orgel zu hören war, beherrscht sie ebenso gekonnt wie die Begleitung des Saxophons.
Als Solist verzauberte Andrey Lakisov das Publikum, in „Aria“ von Eugene Bozza, in dem die Arie mit einem ganz eigenen lieblichen Reiz vom Saxophon beinahe gesungen wird, desweiteren in einem Medley von Bach bis Derek Brown und Barry Cockroft. Es ist unglaublich, dass in Bachs Cello Suite bereits der Rhythmus der späteren Jazzmusik anklingt, die natürlich einen Höhepunkt mit Brown und Cocckroft erreicht, wenn das Saxophon das Schlagzeug gleich mit übernimmt und Andrey Lakisovs Saxophon ein ganzes Orchester ersetzt.
Letzte Steigerung des Abends war ein Violinkonzert von Philip Glass, ausgeführt von Orgel und Saxophon, das sich zwischen leisen, weichen und lieblichen Klängen bis hin zu entrückter Ekstase bewegt und lange in den gotischen Bögen der Johanneskirche nachschwingt, wie auch im Geist und im Herzen der Zuhörer.

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Die Begeisterung des Publikums gilt auch dem Team der Techniker der Lausitzhalle für die Übertragung des Geschehens von der Orgelempore auf einen Großbildschirm im Altarraum.

Mit freundlicher Genehmigung von Sächsische Zeitung, Hoyerswerdaer Tageblatt.

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