Der Slawist Dr. Ralf Schröder, vorgestellt von Antje Leetz und Michael Leetz
Geschrieben von Martin Schmidt
14. Februar 2012
Dr. Ralf Schröder - sein Leben mit der russischen und sowjetischen Literatur
„Ich spreche also von Dingen, die ich nicht aus Büchern kenne, sondern die mir in die Haut eingegerbt sind“. Dies Bekenntnis von Dr. Ralf Schröder (1927 -2001) wird am Donnerstag, dem 23. Februar 2012, um 19 Uhr das Gespräch am Schloss-Kamin bestimmen. Seine Lebenspartnerin Antje Leetz und beider Sohn Michael Leetz – beide Slawisten - werden nicht nur vom „bekanntesten und beliebtesten Russisten der DDR“, wie Fritz Mierau seinen Kollegen nennt, sondern auch von seiner engen Freundschaft mit den wichtigsten sowjetischen Autoren unserer Zeit berichten. Seine Memoiren, „Mein Roman mit der russischen und sowjetischen Literatur“, von Michael Leetz aus dem Nachlass unter dem Titel „Unaufhörlicher Anfang“ - Vorboten eines Romans – herausgegeben, vermitteln neue spannende Einblicke in die Geschichte jenes Landes im 20. Jahrhundert, die ihre Literatur spiegelt. „Echte Literatur, nicht bestellte, ist immer Seismograph allgemeiner gesellschaftlicher Entwicklungen“, vertrat Ralf Schröder. Dies machte seine Vorträge, die Gespräche mit ihm spannend und schenkte stets neue Einblicke, die er nicht verschwieg. Diese Haltung brachte ihm zahlreiche Schwierigkeiten: In Berlin geboren, studierte er nach dem Krieg, den er als Luftwaffenhelfer und Soldat erlebte, an der Humboldt-Universität Geschichte und Slawistik, war Dozent an den Universitäten Greifswald und Leipzig. Nach dem XX. Parteitag der KPdSU trat er vehement für die Entstalinisierung in der SED ein, wurde 1957 deswegen (wie auch Erich Loest, Wolfgang Harich, Walter Janka und andere) verhaftet und zu zehn Jahren Haft in Bautzen II verurteilt. Nach sieben Jahren Haft entließ man ihn auf Bewährung. Von 1966 bis 1988 arbeitete er als Lektor für Sowjetliteratur im Verlag Volk und Welt. Er folgte weiterhin seiner Liebe zur Wahrheit, zur russischen und sowjetischen Literatur. „ In hunderten von Vorträgen gewann er der Literatur seiner Wahl eine Leserschaft ohnegleichen“ schreibt der Slawist Fritz Mierau. Seinen Zuhörern, auch in Hoyerswerda präsentierte er stets die neusten Manuskripte seiner Freunde Juri Trifonow, Wladimir Tendrjakow, Tschingis Aitmatow, Bulat Okudshawa, die erst danach in der DDR erschienen, dafür gelegentlich vollständiger als in der Sowjetunion. Ralf Schröder starb im Jahr 2001. Sein Werk bleibt, z.B. die Gesamtausgabe der Werke von Michail Bulgakow, dessen Roman „ Meister und Margarita“ er als dichterisches Bild der Stalinzeit deutete, die kasachische Sage vom Mankurt, die sein Freund Tschingis Aitmatow in „Das Tag zieht den Jahrhundertweg“ erzählt oder seine Betrachtungen zu Dostojewskis und Trifonows Werken. Viele Manuskripte brachte er aus der Sowjetunion mit, dadurch konnten sie zuerst und gelegentlich vollständiger als im Heimatland veröffentlicht werden. „Juri liebte ihn“, schrieb 1999 die Witwe des Dichters Jurij Trifonow, “und brachte ihm unendliches Vertrauen entgegen, tagelang unterhielt er sich mit ihm.“ Ralf Schröder teilte mit Michail Bulgakow die Meinung „Rußland bleibt immer Rußland“. Wir würden uns freuen, Sie, Ihre Partner, Ihre Freunde zu diesem anregenden Gespräch begrüßen zu dürfen. Mit freundlichen Grüßen, Martin Schmidt.
Hier außerdem noch zwei Links zu interessanten Rezensionen zum Buch „Unaufhörlicher Anfang“ von Ralf Schröder und Michael Leetz : im "Freitag" von Thomas Kuczynski http://www.freitag.de/kultur/1147-etwas-geht-zu-ende in "Rationalgalerie" von Uli Gellermann http://www.rationalgalerie.de/kritik/index_312.html
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 09:23 Uhr
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Wolfgang Wache liest aus seinen Texten
Geschrieben von Kunstverein
09. Februar 2012

Die Lausitz und ihre Autoren
Beim Gespräch am Kamin im Schloss am 01.03.2012 19:00 Uhr stellt der Hoyerswerdaer Kunstverein den Lausitzer Schriftsteller Wolfgang Wache vor. Im Jahr 1949 in Senftenberg geboren, wuchs Wolfgang Wache in Lauta auf, besuchte dort die Schule und erzählte bereits dort seinen Mitschülern spannende, selbst erdachte Fernsehfilme. Daheim hatten sie keinen Fernseher. Seine Hortnerin, „Tante Gretel“, ermutigte ihn, seiner Leidenschaft zu folgen, später sein Maurer-Kollege Franzel ebenfalls. Auf der Baustelle nannte man ihn ‚Dichter‘. Er bewunderte u.a. Erwin Strittmatter, Bert Brecht, Karl Valentin, die Kunst Charlie Chaplin’s und die von Zirkusclowns. “Ich mag Clowns und den Zirkus, vielleicht, weil ein Clown so viele Gesichter haben kann, nicht nur sichtbare, auch verborgene“, gestand der Schriftsteller kürzlich einer Journalistin. Wolfgang Wache studierte in Leipzig, war ab 1983 künstlerischer Leiter des Kulturhauses Franz Mehring des Braunkohlenkombinats in Brieske, gründete Zirkel Schreibender Arbeiter und leitete von 1990 -2006 die Niederlausitzer Kunstschule „Birkchen“e.V., ehe er 2007 das Nachwuchs-Literatur-Zentrum „Ich schreibe“ und den verlag*wache wolfgang gründete. 2004 erschien sein erstes Buch „Literarische Wanderbaustelle“, dem „Kornblumen gießt man nicht“ I und II, „Ostern war‘s“(mit Yana Arlt) und der Gartenstadt Marga Kalender 2012 folgten. Der Künstler Wolfgang Wache lebt mit offenen Augen und erzählt von dem, was er sieht, was ihn nachdenklich macht oder erheitert. „Lyrik, das ist für mich auch die kleine Blume im Knopfloch. ….. Jedes Kraut, jedes Gras, jede Blüte am Wegesrand ist für mich Lyrik.“ Der Mittler Wolfgang Wache sammelt neben seiner eigenen, literarisch schöpferischen Tätigkeit Gleichgesinnte, gründete den Arbeitskreis Kornblume, plant zum Jubiläum „100 Jahre Gartenstadt Marga“ im Jahr 2014 einen Höhepunkt der Folge „Kornblumen gießt man nicht“. Wolfgang Wache „geht es in seiner künstlerischen Arbeit darum, die Details des alltäglichen Lebens zu beleuchten; in seinen Texten Dinge und Menschen zu benennen und zu Wort kommen zu lassen, die für den Augenblick aktuell sind …. In seinen Texten findet man klassische Kurzprosa genauso wie surreale Wortspiele, die mit der Fantasie des Lesers und Hörers spielen.“ (Jana Arlt) Diese Haltung und heitere Gelassenheit prägen auch seine Lesung „Es zerreißt mich“, er meint: „ Nicht-Gesagtes“. Sie sind herzlich eingeladen. Martin Schmidt
Autorenporträt Wolfgang Wache von Yana Arlt
Wolfgang Wache, Jahrgang 1949, lernte schon als Kind die Macht des Wortes kennen. Seine Phantasiegeschichten konnten mit den nacherzählten Fernseherlebnissen der Mitschüler konkurrieren; seine literarischen Gehversuche brachten ihm im Kollegenkreis die Bezeichnung „Dichter“ ein. Selbst motiviert studierte er in Leipzig und wurde Staatlich anerkannter künstlerischer Leiter, er baute den Zirkel „Schreibende Arbeiter“ in Brieske/ Senftenberg auf, leitete Schreibgruppen für Kinder und Jugendliche, organisierte europaweite Literaturwettbewerbe und Werkstätten für Nachwuchsliteraten. Er ist künstlerischer Leiter des bundesweit aktiven Vereins Nachwuchs-Literatur-Zentrum „Ich schreibe!“ und Begründer des Autorenkreises Kornblume. Wenn andere sich in den Ruhestand verabschieden, wird der Künstler Wolfgang Wache erst richtig aktiv. Sein Projekt „Kornblumen gießt man nicht“ hat er auf eine Dauer von fünf Jahren angelegt. Das große Finale im September 2014 wird auch die Themen „100 Jahre Gartenstadt Marga“ und sein eigenes Jubiläum, den 65.Geburtstag, aufgreifen. Ihm geht es in seiner künstlerischen Arbeit darum, die Details des alltäglichen Lebens zu beleuchten; in seinen Texten Dinge und Menschen zu benennen und zu Wort kommen zu lassen, die für den Augenblick aktuell sind. Diese Momentaufnahmen verschwinden, verblassen, wie ein altes Foto und gehen letztendlich verloren, wenn es nicht Schreibende, wie Wolfgang Wache gäbe. Seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hält ihn am Puls der Zeit. Er vermittelt Freude am Schreiben, am Experimentieren mit Sprache und ist offen für neue Impulse. In seinen Texten findet man klassische Kurzprosa genauso, wie surreale Wortspiele, die mit der Fantasie des Lesers und Hörers spielen. Seit 2007 arbeitet er intensiv an seiner eigenen literarischen Ausdrucksweise und war mehrfach bei Kulturvereinen und Bibliotheken mit seinen Leseprogrammen zu Gast. Der selbst gegründete verlag*wache wolfgang bietet neben eigenen Werken auch ausgewählten Autoren die Möglichkeit der Publikation.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 18. Februar 2012 um 10:26 Uhr
Gundula Sell, Meißen, liest beim Kunstverein in Hoyerswerda
Geschrieben von Martin Schmidt
20. Februar 2012
Gundula Sell - eine Dichterin aus Meißen am Kamin im Schloss
Am Donnerstag, dem 8. März 2012, um 19 Uhr liest die Dichterin Gundula Sell aus Meißen als Gast des Kunstvereins am Kamin im Schloss Erzählungen und Gedichte.
Seit ihrem 17. Lebensjahr schreibt die gebürtige Meißenerin Lyrik, Prosa, Essays, gestaltet Nachdichtungen. Sie begann bereits während ihrer Oberschulzeit mit bildnerischen Arbeiten, folgte darin ihrem Vater, dem Graphiker und Bildhauer Lothar Sell, dessen Holzskulpturen ebenso wenig vergessen sind wie seine originellen Illustrationen zu Büchern von Erwin Strittmatter und anderen Autoren. Ein künstlerisches Abendstudium an der Hochschule für bildende Kunst Dresden bahnte ihr nach der Schulzeit den Weg zur Theatermalerin in Stendal. Dann jedoch zogen sie Bücher in ihren Bann. Gundula Sell arbeitete als Mitarbeiterin im Verlag Neues Leben Berlin, nahm ein Fernstudium am Literaturinstitut Leipzig auf, das sie von 1985-88 im Direktstudium und 1988/89 mit seinem Sonderkurs abschloss. Die Ereignisse der Jahre 1989/90 ließen sie zum Journalismus wechseln, sie arbeitet als Lokalredakteurin der Zeitung „Die Union“ in Meißen, kurzzeitig auch in der Öffentlichkeitsarbeit der Landtagsfraktion Bündnis 90/ Grüne, um 1992 als Pressereferentin in die Sächsische Staatskanzlei zu wechseln. Als freie Mitarbeiterin für die Gebiete Kultur, Lokales und für Buchrezensionen schreibt Gundula Sell seither für verschiedene Medien. 1994 wählten die Meißner Bürger Gundula Sell als Stadträtin, dort engagiert sie sich seither. Zwei Jahre war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Sächsischen Akademie der Künste und seit 2006 arbeitet sie als Referentin im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Ihr erster Erzählband "Die Rote Blume“ erschien 2001, zahlreiche weitere Arbeiten in Literatur-Zeitschriften. Eindrücke einer Reise nach China im Jahr 2009 schlugen sich in den Sammlungen „Sieben Zettel aus dem Büchersack der Wolken“ und „Acht Scheine im Roten Umschlag“ nieder. Die Dichterin knüpft mit Daoistischen und Konfuzianistischen Gedichten bewusst an die Jahrtausende alte Denktraditionen des „Reich der Mitte“ an: „Und abends, wenn das Museum schließt, sich die Rollbilder einrolln, und draußen, auf dem Teich , die Schwäne unter ihren Flügeln verschwinden, kommt die Zeit heran für die Dichter. Ich wünschte, ich wär das.“ Die Erzählung „Luisa träumt“ schildert das Leben einer alleinerziehenden Frau in schwieriger Zeit. Einfühlsam lenkt sie den Blick in unsere Geschichte, die immer wieder aktuell ist. Dazu sind alle Freunde der Literatur und der Blicke in die weite Welt herzlich willkommen. Ihr Martin Schmidt
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 20. Februar 2012 um 14:40 Uhr
Matinee zu Friedrich Hölderlin – Gedichte, Briefe und musikalische Kommentare
Geschrieben von Kunstverein
14. Februar 2012
 Sehr geehrte Damen und Herren, wir laden Sie am Sonntag, dem 18.03.2012, 11:15 Uhr ins Schloss Hoyerswerda zur Matinee ein. 
„Es lebte nichts, wenn es nicht hoffte“
Friedrich Hölderlin – Gedichte, Briefe und musikalische Kommentare mit Lars Jung, Staatschauspiel Dresden, sowie Cornelia Schumann, Viola, freischaffende Künstlerin und Thomas Mahn, Pianist und Komponist am Staatsschauspiel Dresden.

Eintrittskarten können beim Kunstverein oder in der Brigitte-Rreimann-Begegnungsstätte Hoyerswerda vorbestellt werden.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 17. Februar 2012 um 21:55 Uhr
Neues vom Denkzeichen für Brigitte Reimann im Zentralpark Hoyerswerda
Geschrieben von Christine Neudeck
15. November 2011
Werbung im neuen Zentralpark für das Brigitte-Reimann-Denkzeichen


Eine kleine Vorstellung von dem, wie das Brigitte-Reimann-Denkzeichen einmal aussehen soll, ist jetzt im neuen Zentralpark in Hoyerswerda an dem vorgesehenen späteren Standort zu bewundern. Von der Fa. Siegel-Werbung aus Lauta wurde diese schöne "Werbetafel" gespendet und aufgestellt. Dafür gilt den "Stiftern" ein besonders herzlicher Dank des Kunstvereins und sicher auch ein Dank vieler Bürger unserer Stadt. Die Stadt gewinnt dadurch Individualität und etwas von dem, was in mittelalterlichen Städten Charme und Bürgerstolz ausmachte. Bleibt zu hoffen, dass ähnliche Denkzeichen auch für andere wichtige Persönlichkeiten dieser Stadt entstehen.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 15. November 2011 um 20:13 Uhr
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